Klare Regeln für Handys sind gut, aber umsetzbar müssen sie sein
Der Vorschlag von Karin Prien (CDU) ist gut, aber keine Überraschung. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk macht sich die Bildungsministerin für ein Verbot von Handys an Schulen für unter 14-Jährige stark. Wie das am besten umgesetzt wird, soll eine noch vor der Sommerpause zusammengestellte Expertenkommission – unter Beteiligung der Bundesländer – erarbeiten.
Längst ist wissenschaftlich belegt, dass Smartphones Jugendliche und Kinder übergewichtig, depressiv, impulsiv und einsam machen. Studien zeigen das seit Jahren. Allein die Anwesenheit eines Smartphones sorgt dafür, dass wir uns schlechter konzentrieren können – selbst, wenn sie ausgeschaltet auf dem Tisch liegen. Das Ablenkungspotenzial der digitalen Endgeräte ist riesig.
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Zur vollständigen AnsichtSchulen regeln Smartphone-Nutzung längst
Die Gefahr von Handys ist auch den Schulen nicht erst seit gestern bekannt. Es dürfte in Deutschland keine Schule mehr geben, die Smartphones einfach so erlaubt. Klar, jede Schule regelt die Smartphone-Nutzung anders - aber jede Schule regelt sie irgendwie. Teilweise muss das Handy morgens abgegeben werden, es gibt extra Smartphone-Bereiche oder Jugendliche dürfen es zwar mitnehmen, aber nicht benutzen – oder nur, wenn sie in der Oberstufe ist.
Der föderale Flickenteppich ist auch deswegen nötig, weil die besten Regeln unnütz sind, wenn es keine Ressourcen gibt, um sie durchzusetzen. Und da ist jedes Bundesland, jede Schule, anders aufgestellt.
Klar, Verbote nerven fast genauso wie das ständige Brummen in Schultaschen. Kritikerinnen und Kritiker des Smartphoneverbots argumentieren gern mit Eigenverantwortlichkeit. Wie sollen Kinder und Jugendliche lernen, mit sozialen Medien & Co. umzugehen, wenn Smartphones in der Schule verboten sind? Die Antwort liegt auf der Hand: durch klare Regeln, die auf den jeweiligen Schulalltag abgestimmt sind. Und durch mehr Aufklärung über soziale Netzwerke und ihre Folgen.