Wachstum eingebrochen: Dieses Mal hilft China Deutschland nicht aus dem Schlamassel

Frankfurt am Main. Keiner will es laut sagen. Aber zwischen den Zeilen klingt es bei Politikern und Managern immer wieder durch: Sie hoffen insgeheim auf eine Wiederholung der Wirtschaftsgeschichte. Dass nämlich China die globale Ökonomie wieder raushaut. So wie damals vor gut zehn Jahren in der Finanzkrise.
BIP schrumpft um 6,8 Prozent
Die kommunistische Regierung legte sehr schnell enorme Konjunkturprogramme auf. Vor allem zum Ausbau der Infrastruktur. Dadurch entstand ein Nachfragesog, von dem nicht nur die deutschen Firmen profitierten. Die Folge war, dass sich die Weltwirtschaft relativ schnell erholte und in eine Wachstums-Ära startete, die zehn Jahre währte.
Doch diesmal macht China da nicht mit. Das lässt sich am Wirtschaftswachstum im ersten Quartal ablesen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 6,8 Prozent – ein Rückschlag von historischer Dimension. Sicher, der jetzige Einbruch hat auch damit zu tun, dass Fabriken geschlossen wurden, um die Verbreitung der Pandemie zu stoppen. Dennoch ist klar zu erkennen, dass Staatspräsident Xi Jinping das Durchsacken der Industrieproduktion offenen Auges zugelassen hat.
Deutschland muss Konjunkturprogramm entwickeln
Das gehört zur neuen Strategie der kommunistischen Regierung: Sie setzt nicht mehr auf Expansion auf Teufel komm raus. Vielmehr soll das Wachstum gedrosselt, die Binnennachfrage gestärkt und die hohe Verschuldung von Unternehmen und Privathaushalten eingedämmt werden. Um die Wirtschaft langfristig robuster zu machen.
Für hiesige Politiker und Wirtschaftsführer bedeutet dies: Sie müssen diesmal die Schwungräder selbst in die Hand nehmen, um sie wieder zum Laufen zu bringen. Ein Konjunkturprogramm muss schon bald kommen. Zum Ausbau der Infrastruktur. Wir können es sehr gut gebrauchen. Mit schnelleren Internetleitungen, besseren Bus- und Bahnverbindungen und mehr erneuerbaren Energien.




