„Keiner hat gezweifelt“: U17-Weltmeister über Freude und „Last“ des Titels

Die deutsche U17-Nationalmannschaft krönte sich vergangenen Samstag zum Weltmeister. Es war ein historischer Erfolg – noch nie zuvor ist das einer deutschen Junioren-Auswahl in dieser Altersklasse gelungen. Drei Nachwuchsspieler von Borussia Dortmund hatten entscheidenden Anteil am Sieg des DFB-Teams: Paris Brunner, Almugera Kabar und Charles Herrmann. Gemeinsam äußerte sich das Trio nun über den Titelgewinn. „Wir sind ins Turnier gestartet, um den Titel zu holen. Wir wussten, dass wir es mit unserer Qualität schaffen können“, sagte Herrmann im Interview mit dem vereinseigenen BVB-TV: „Keiner hat daran gezweifelt.“
Top-Torjäger Brunner (fünf Treffer), den die FIFA als besten Spieler des Turniers auszeichnete, sagte zum Triumph: „Das wird uns unser ganzes Leben begleiten, das kann uns auf jeden Fall keiner mehr nehmen.“ Im Finale gegen Frankreich (6:5 nach Elfmeterschießen) traf der 17 Jahre alte Stürmer, der schon beim EM-Titel im Sommer vier Tore beigesteuert hatte, in der regulären Spielzeit vom Punkt – verschoss in der Elfer-Lotterie dann aber seinen Strafstoß.
Noch im vorherigen Halbfinale gegen Argentinien gelang dem Dortmunder Youngster der goldene Treffer im entscheidenden Elfmeterschießen. Beim Endspiel war indes Verlass auf Kabar, der wie Brunner und Herrmann in der U19 des BVB in der Bundesliga West spielt. „Mentalität schlägt Erfolg“, sagte der Verteidiger. Das sei ohnehin der Weg zum Erfolg gewesen, betonte Brunner. Es seien „anstrengende Spiele bei 35 Grad gewesen, doch der DFB-Nachwuchs habe „nach den deutschen Tugenden gespielt, mit Mentalität, Wille und Aggressivität, das hat uns weitergebracht“, so der junge Borusse.
WM-Titel schürt Erwartungen: „Man trägt eine Last mit sich“
Herrmann ergänzte: „Der Zusammenhalt war sehr groß.“ Dabei konnte der Mittelfeldspieler verletzungsbedingt weder in der Vorschlussrunde noch im Halbfinale mitwirken. „Ich wollte unbedingt mitspielen, wir haben alles versucht, hat leider nicht gereicht“, sagte er nun: „Ich war am brennen auf der Bank, habe versucht, Kraft zu geben.“

Der Weg zu einer erfolgreichen Profi-Karriere ist trotz des umjubelten WM-Titel noch weit, wissen auch die BVB-Jungspunde. „Überall steht, dass sich die A-Nationalmannschaft ein Beispiel an uns nehmen soll. Da fühlt man sich geehrt und gepusht“, meinte Brunner. Hinzu kommen die enttäuschenden Ergebnisse der deutschen Nachwuchsteams wie der U21, bei der EM im Sommer in der Vorrunde scheiterte. Doch Kabar erklärte, was daraus resultiert: „Dann erwarten die Leute viel mehr von uns, als man erwarten darf. Wir sind immer noch Jugendspieler, man trägt eine Last mit sich.“

