Hannover „stinksauer“ nach Elfmeterwirbel: „Verstehe das alles nicht mehr“

Die 1:3-Niederlage im Topspiel der 2. Bundesliga gegen den 1. FC Kaiserslautern hat Ron-Robert Zieler in Rage versetzt. „Es ist nicht in Worten zu beschreiben wie ich mich gerade fühle, ich bin stinksauer“, schimpfte der Kapitän von Hannover 96 nach Schlusspfiff bei Sky. Über „einige Szenen“ der Partie gelte es zu diskutieren, so Zieler, der vor allem über eine Abseitsentscheidung gegen 96 und den Elfmeter der Lauterer sprechen wollte, die das Spiel kurz vor der Pause auf den Kopf stellten.
Hannover hatte auf dem Betzenberg zunächst nach einem Tor von Havard Nielsen geführt und sich virtuell damit an die Spitze der Liga gesetzt. Die Gäste erzielten kurz vor der Pause sogar das vermeintliche 0:2, Phil Neumanns Tor wurde aber wegen Abseitsstellung aberkannt. Eine von Sky gezogene Linie sei „schief“ gewesen, so Zieler erregt. Für eine wirkliche, auch für Hannover akzeptable Klarheit konnte offenbar auch das offizielle TV-Bild nicht sorgen.
Im Gegenzug kam es für 96 dann knüppeldick: Schiedsrichter Michael Bacher zeigte auf der anderen Seite nach einem vermeintlichen Foul von Marcel Halstenberg an Jan Elvedi auf den Elfmeterpunkt. Boris Tomiak verwandelte den Strafstoß abgeklärt zum 1:1-Halbzeitstand. Zieler dazu: „Es ist halt ein Luft-Duell, wie es so oft passiert. Halsti steht gut in der Luft, köpft das Ding weg. Weiß ich nicht, meines Erachtens kein Elfmeter.“ Der Weltmeister von 2014 ärgerte sich über einen aus seiner Sicht kleinlichen Pfiff: „Worüber reden wir hier? Das ist ein sauberer Kopfball meines Erachtens. Natürlich ist da ein bisschen Körperkontakt, das ist Fußball.“
Zieler fair: „Da sind natürlich viele Emotionen dabei“
Trotz Video Assistant Referee (VAR) bleiben strittige Szenen im deutschen Profifußball an der Tagesordnung. „Ich verstehe das auch alles nicht mehr“, monierte Zieler. „Wir machen eine Schiedsrichterschulung, da werden ja Szenen gezeigt.“ Dort seien Ellenbogeneinsätze anders bewertet worden. „Wenn einer den Ellenbogen hier hat, dann ist es ein Elfmeter“, stellte Zieler klar und hob seinen Ellenbogen währenddessen auf Gesichtshöhe, um zu verdeutlichen, was seiner Ansicht nach laut der Schulung nicht erlaubt sei.
Zieler zeigte sich indes auch als fairer Sportsmann - trotz der bitteren Gegentore durch Aaron Opoku (79.) und Tomiak (90.+10), der einen zweiten Elfmeter verwandelte. Zu allem Überfluss war 96 dort schon nach einer Tätlichkeit von Nielsen (90.+3) in Unterzahl. „Wir haben es in der zweiten Hälfte nicht mehr so umgesetzt wie in der ersten. Wenn man sich von aller Emotion frei macht, haben wir nicht so eine gute zweite Halbzeit gespielt wie die erste Hälfte“, sagte Zieler. „Da sind natürlich viele Emotionen dabei, das muss man fairerweise auch sagen. Trotzdem finde ich hätten wir heute nicht als Verlierer vom Platz gehen müssen.“


