Hamburg mit Kindern entdecken: Achterbahn der Gefühle

Sightseeing mit Kindern im Schlepptau? Für manche Eltern artet ein Städtetrip schnell in Stress aus: „Ich kann nicht mehr.“; „Wie, noch ein Museum?“; „Das ist so langweilig hier!“.
Nicht so in Hamburg. Die Hafenstadt mit ihrem nordischen Charme bietet so viele familienfreundliche Attraktionen, dass man sich an einem Wochenende eher begrenzen als mühevoll nach attraktiven Angeboten für alle Ausschau halten muss.
Speicherstadt
Ein kurzer Stadtrundgang durch die Speicherstadt ist ein Muss. In dem weltweit größten historischen Lagerhauskomplex im Stil der wilhelminischen Backsteingotik gibt es auch heute noch viel zu entdecken – etwa den Genussspeicher in Block R, aus dem herrlicher Kaffeeduft strömt.
Wir folgen ihm und landen mitten in einer urigen Kaffeebar, die an einem Samstagnachmittag rege frequentiert ist. Das gefällt den Erwachsenen.

Fans der Kinderserie „Die Pfefferkörner“ haben auch das ein oder andere Déjà-vu, denn ein Großteil wurde in der Speicherstadt gedreht. Im Haus am Brooktorkai 15 haben die Nachwuchsdetektive zuletzt ihr Hauptquartier bezogen.
Elbphilharmonie
Weiter geht‘s zur Elphi, wie die Elbphilharmonie Hamburg auch genannt wird. Das Konzerthaus bietet außer Platz für Klassik- und Popkonzerte eine Aussichtsplattform.
Von hier aus bietet sich ein Rundblick über den Hafen mit seinen riesigen Containerschiffen, über die Speicherstadt und angrenzende Bezirke. Schon die Fahrt zur Plattform mit Europas längster und obendrein gebogener Rolltreppe ist spektakulär. Die Elfjährige Florentine ist sichtlich beeindruckt – von Rolltreppe und Ausblick. Ihr Fazit: „Cooool!“

Kleiner Tipp: Die Plattform ist bis 24 Uhr geöffnet. Im Dunkeln sieht die Hafenstadt mit ihren Tausenden Lichtern und dem glitzernden Wasser selbst bei Schmuddelwetter schön aus.
Yullbe-Wunderland
Von den Eindrücken der realen Welt wechseln wir in die virtuelle, genauer gesagt ins Yullbe-Wunderland. Von außen lässt sich kaum erahnen, in welch gigantische Welten man hinter der unspektakulären Eingangstür eintauchen kann.
Nach kurzer Einführung geht‘s mit einer Virtual-Reality-Brille ausgestattet hinein in venezianische Lagunenwelten, durch Wälder mit Riesen und auf eine rasante Tour mit einem Fesselballon.

Mit wenig Erfahrung in der virtuellen Realität kann einem da recht duselig werden. Nicht so dem Nachwuchs, der reißt sich nach der Tour direkt die Brille vom Kopf und schreit: „Noch mal!!!“
Chocoversum
Gediegener geht es im Chocoversum by Hachez zu – ein Muss für Schokisüchtige! Schon das Schild an der Eingangstür liest sich verheißungsvoll: „Come in, chocolate ist waiting“ („Komm herein, Schokolade wartet“) – damit verspricht es nicht zu viel.
Wer die Führung durch die Produktionsstätten bucht, darf sich direkt am Schokobrunnen laben. Das macht Lust auf mehr. Wir lernen allerlei über Kakaobohnen – bei der Verköstigung etwa, dass sie unbehandelt nicht wirklich genießbar sind, über die Herstellung von brauner und weißer Schoki und über faire Poduktionsbedingungen: „Schokoladentafeln, die weniger als 1,50 Euro kosten, können nicht fair produziert sein.“

Das Highlight der eineinhalbstündigen Tour: Jede Besucherin und jeder Besucher darf sich in der Schokowerkstatt seine eigene Schoki kreieren. Lecker!
Dungeon
Zeit für ein wenig Nervenkitzel. Den gibt es im Hamburg Dungeon. Wer denkt, dass Stadtgeschichte nicht an die Substanz gehen kann, der hat sich noch nicht in die Katakomben des Dungeons begeben.
Mit professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern werfen wir einen Blick ins Pestkrankenhaus, lernen martialische Foltermethoden kennen, gehen mit Schmugglern auf Bootstour und stürzen mit dem Freefalltower in die Tiefe, just nachdem wir einen Blick über die Mauern von Hamburgs legendärem Knast Santa Fu geworfen haben.
Die Altersfreigabe ab zehn Jahren ist ambitioniert, schließlich schlägt schon Erwachsenen das Herz regelmäßig bis zum Hals.
Harry Potter
Das absolute Highlight folgt zum Schluss: Nun wird es magisch! Den erwachsenen Harry Potter hat es bereits seit einiger Zeit ins Hamburger Mehr!-Theater am Großmarkt verschlagen.
Doch nun gibt es „Harry Potter und das verwunschene Kind“ auch in der gekürzten 3,5-Stunden-Version – statt der bisherigen sechs Stunden. Gelitten hat das Sprechtheaterstück unter der Straffung nicht. Wer das Theater betritt, fühlt sich direkt wie in Hogwarts, so sehr erinnert die Aufmachung an die berühmte Schule für Hexerei und Zauberei.

Spätestens wenn die Dementoren mit schauriger Musik übers Publikum schweben, fühlt sich auch der letzte Gast in die magischen Welten von Harry, Hermine und Co. versetzt. Das Stück ist empfohlen für Kinder ab elf Jahre – was angesichts diverser düsterer Szenen auch durchaus nachvollziehbar ist.
Tipps für deine Reise nach Hamburg
Anreise: Der Autoverkehr in Hamburg kann schnell herausfordernd werden. Es empfiehlt sich deshalb eine Anreise mit Zug oder Bus. Das öffentliche Verkehrsnetz in Hamburg ist gut ausgebaut.
Unterkünfte: Es gibt eine große Auswahl und Hotels in allen Preisklassen. Für eine Übernachtung mit Kindern empfiehlt sich das Pierdrei-Hotel in der Hafencity (mit 200 Quadratmeter großem „Rackerroom“ für die Kids und tollem Frühstücksbüfett). Von hier aus sind sämtliche Attraktionen fußläufig erreichbar.
Attraktionen:
Elbphilharmonie Plaza: Platz der Deutschen Einheit 4, 20457 Hamburg; geöffnet: täglich 10 bis 24 Uhr (letzter Einlass 23.30 Uhr), Eintritt im Onlinevorverkauf 2 Euro, an der Tageskasse begrenztes Kontingent kostenfrei.
Yullbe-Wunderland: Am Sandtorkai 33, 20457 Hamburg, die Öffnungszeiten variieren je nach Wochentag, Tickets ab 12 Euro.
Chocoversum by Hachez: Meßberg 1, 20095 Hamburg, geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr, Tickets für Sechs- bis 17-Jährige ab 11 Euro und für Erwachsene ab 19 Euro.
Hamburg Dungeon: Kehrwieder 2, 20457 Hamburg, geöffnet: täglich von 10 bis 17 Uhr; Tickets ab 27 Euro.
Theater: „Harry Potter und das verwunschene Kind“ im Mehr!-Theater am Großmarkt, Banksstraße 28, 20097 Hamburg, tägliche Vorstellungen, Tickets ab 59,90 Euro.
Die Reise wurde unterstützt von Hamburg Tourismus. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.





