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Russische Atomwaffen in Belarus

Polen will sich stärker an der nuklearen Abschreckung der Nato beteiligen

„Wir legen nicht die Hände in den Schoß, wenn Putin alle möglichen Bedrohungen eskaliert", sagt der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.
„Wir legen nicht die Hände in den Schoß, wenn Putin alle möglichen Bedrohungen eskaliert", sagt der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.

Warschau. Angesichts der geplanten Stationierung russischer Atomwaffen im Nachbarland Belarus will Polen bei der Nato eine stärkere Beteiligung an der nuklearen Abschreckung beantragen. Die endgültige Entscheidung darüber liege bei den USA, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Freitag in Brüssel nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. „Wir legen nicht die Hände in den Schoß, wenn Putin alle möglichen Bedrohungen eskaliert.“

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Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im März die Stationierung russischer Atomwaffen in Belarus angekündigt. Stationiert werden sollen Iskander-Raketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Das EU- und Nato-Land Polen hat eine 418 Kilometer lange Grenze zu Belarus.

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US-Atomwaffen in Europa stationiert

Die USA haben seit vielen Jahrzehnten Atomwaffen in mehreren europäischen Ländern stationiert, darunter Deutschland. Auf dem Fliegerhorst Büchel in der rheinland-pfälzischen Eifel sollen noch bis zu 20 Bomben lagern. Dort sind auch Tornado-Kampfjets stationiert, die die Waffen im Ernstfall einsetzen sollen. Im Nato-Jargon wird das „nukleare Teilhabe“ genannt. Polen ist bislang nur an Beratungen darüber beteiligt, etwa in der Nuklearen Planungsgruppe der Nato, die streng geheim tagt.

Morawiecki nannte keine Details dazu, wie Polens weitere Beteiligung aussehen könne – und ob etwa auch an eine Stationierung von Atomwaffen auf polnischem Staatsgebiet gedacht sei.

RND/dpa