Schwimmende Zeitbombe: Öl aus rostendem Tanker wird abgepumpt

Kairo. Die Vereinten Nationen haben den Weg freigemacht, um 1,1 Millionen Barrel Rohöl aus einem rostenden Tanker im Jemen abzupumpen und damit eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) teilte mit, es habe einen Versicherungsschutz für die „FSO Safer“ abgeschlossen, ein niederländisches Bergungsunternehmen könne nun mit dem Abpumpen beginnen.

UNDP bezeichnete die Versicherung als einen entscheidenden Meilenstein in den jahrelangen Bemühungen um die Ladung des Tankers, der auseinanderbrechen oder explodieren könnte. Ohne eine Versicherung hätte die Mission nicht fortgesetzt werden können, sagte der UNDP-Leiter Achim Steiner. Ziel sei es, eine der möglicherweise größten, von Menschen verursachten Katastrophen in der Geschichte abzuwenden.
Zweistelliger Millionenbetrag zugesichert
Das UNDP sicherte sich Zusagen in einem zweistelligen Millionenbetrag für den Einsatz, bei dem die Vorarbeiten Ende Mai begann. Experten pumpten zunächst Gas in die Ölkammern des Schiffes, um den Sauerstoff zu entfernen. Nach Angaben von David Gressly, dem UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Jemen, soll noch in diesem Monat mit dem Transfer des gelagerten Öls begonnen werden. Nach dem Abschluss werde die „FSO Safer“ abgeschleppt und verschrottet, sagte er. „Die Arbeiten kommen gut voran“, sagte Gressly am Montag auf dem Yemen International Forum in Den Haag.
Die „FSO Safer“ diente als schwimmender Öltank, der bis zu drei Millionen Barrel Öl aus Ölfeldern im Osten Jemens speichern konnte. Wegen des jemenitischen Bürgerkriegs hat auf dem 360 Meter langen Schiff seit 2015 keine Jahresinspektion mehr stattgefunden. Experten halten eine Reparatur für unmöglich, die Schäden seien bereits zu groß.
RND/AP

