Angemessen? Zu brutal? So diskutieren die Leser das Video vom Maschsee

Hannover. „Noch immer nicht hart genug!“ oder „Das geht gar nicht!“: Vatertag ist Feiertag, vor allem für Jugendliche und junge Leute – und viele schlagen früher oder später beim Alkohol über die Stränge. So offenbar auch bei einer Situation, die am Maschsee eskalierte. Wie berichtet, soll ein 17-Jähriger berittene Polizisten am Nordufer zwischen Hellbardier und Courtyard-Hotel bespuckt haben. Kurz darauf – und das Folgende zeigt dann das Handyvideo eines Passanten – stellen die Beamten den jungen Mann. Energisch bringen sie den Jugendlichen, der sich dabei kaum wehrt zu Boden. Später stellen die Polizisten einen Atemalkoholwert von rund 1,7 Promille fest. Die Leser diskutieren inzwischen engagiert darüber, ob der Polizeieinsatz – auch in der im Video dokumentierten Härte – angemessen war.
Das sagen die Leser
Ailee Schwarz schreibt, dass sie keine Angst vor der Polizei haben muss, solange sie sich nichts zu schulden kommen lässt. „Ich bin froh, dass es sie gibt.“
„Solange er noch brüllt und beleidigt, war es noch immer nicht hart genug“, verteidigt Denny Fuge die Beamten. Frauke Meier ist der Meinung, dass das Video allein zur Beurteilung des Vorfalls nicht ausreicht. Ole Kretschmar schreibt, dass der Doppeleinsatz der Politzisten unnötig war: „Die Polizistin hatte den Jugendlichen schon auf dem Boden, als dann der 90-Kilo-Typ in Vollmontur da noch mal einen Tackle machen musste.“
Indra Dames meint, dass die Polizisten schon ihre Gründe gehabt haben werden, Benni Blanko kann „keine übertriebene Härte feststellen.. Nicole de Witt mag keinem Video glauben, dass nicht den ganzen Sachverhalt zeigt, Ela Pryzgodda hat sich ihr Urteil gebildet: „Brutal, das können sie gut.“
„Wer sich daneben benimmt, muss auch mit den Konsequenzen leben, die Polizei hat richtig gehandelt, danke für den Einsatz an Vatertag“, meint Phil Kre. „Das geht gar nicht“, findet dagegen Elke Maurice Otto.
„Endlich mal richtig gehandelt“ (Antonia Schmidke), „Perfekt gemacht“ (Gino Seegers,), „erscherckend, dass hier manche Schläge in die Nieren als akzeptabel einstufen“ (Tina Weigel) sind weitere Kommentare.
Hermann Radel kritisiert die „Hundertschaft zum Bändigen eines Jugendlichen“, Rudi Wennekamp resümiert: „Respekt heißt das Zauberwort.“
Marcel S. ist der Zeuge des Einsatzes, der von der Polizei ebenfalls zu Boden gestoßen wird. Hier lesen Sie, warum er Anzeige erstatten will.
Außerdem: Warum Kriminologe Thomas Bliesener den Einsatz als "taktisch gut begründet" ansieht.
Von Susanna Bauch