Nach dem schweren Unwetter über der Region Göttingen – so sind die Aussichten für die nächsten Tage

Göttingen. Die erste überregionale Unwetterlage des Jahres hat in Deutschland schwere Schäden angerichtet – auch im Landkreis Göttingen stürzten Bäume um und liefen Keller voll. Die extrem feuchte Luft sei ideal für schwere Gewitter mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen – und sogar Tornados, hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) zuvor gewarnt.
Gewitter und Starkregen auch in Region Göttingen
Bereits in der Nacht zu Dienstag und am Dienstagmorgen hatte es in der Region einzelne Gewitter gegeben. In der Nacht zu Mittwoch zog dann eine noch breitere Regenlinie von Südwesten nach Südosten über den Landkreis Göttingen hinweg. Punktuell regnete es stark, begleitet von Blitz und Donner. Größere Schäden blieben aber nach ersten Erkenntnissen wohl aus.
+++ Extremes Unwetter über Göttingen und Region: Die Chronologie des Tages im Überblick +++
Doch es sollte wechselhaft bleiben. Vor allem am Donnerstag seien weitere, teils schwere Gewitter mit Starkregen in der Region möglich, sagte der DWD voraus. Im Warnlagebericht für Niedersachsen hielt er für den Donnerstag im Tagesverlauf im Süden und Osten Gewitter mit extrem heftigem Starkregen für möglich.
DWD warnte in Südniedersachsen am Donnerstag sogar vor Tornados
Am Donnerstagnachmittag dann sprach der DWD eine amtliche Unwetterwarnung für den Landkreis Göttingen aus. Es drohten schwere Gewitter, Orkanböen und extrem heftiger Starkregen und Hagel. Selbst das zusätzliche Auftreten von Tornados sei möglich, so der DWD.
Diese wurden dann nach ersten Erkenntnissen zwar nicht über der Region gesichtet, dennoch tobten die Unwetter auch über dem Landkreis Göttingen mit voller Wucht – vor allem am Donnerstagabend. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz und mussten zu Hunderten Einsätzen ausrücken.
Das Unwetter hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Die Deutsche Bahn sperrte am Donnerstagabend die ICE-Strecke von und nach Göttingen. Hunderte Reisende strandeten am Göttinger Bahnhof und wurden von THW und ASB Göttingen versorgt. Gegen 22 Uhr stellte die Bahn einen Hotelzug für die Fahrgäste bereit, die nicht mehr weiterkamen.
Die Wetteraussichten für Göttingen und Northeim für die nächsten Tage: Warnung vor Starkregen und Windböen
Zumindest am Freitag geht es erst einmal ungemütlich weiter. Der DWD hat in der Nacht eine Warnung vor Starkregen für die Landkreise Göttingen und Northeim herausgegeben. Diese gilt seit 5 Uhr und ist vorerst bis 14 Uhr terminiert. Demnach werden Niederschlagsmengen von 20 bis 35 Litern je Quadratmeter in sechs Stunden erwartet.
Außerdem warnt der DWD vor Windböen in der Region Göttingen und Northeim. Diese Warnung gilt vorerst bis etwa 16 Uhr. Demnach können Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 55 Kilometern pro Stunde auftreten. In exponierten Lagen können diese auch noch stärker ausfallen.
In den nächsten Tagen gibt es im Landkreis Göttingen nach Angaben von Wetteronline dann einen Mix aus Sonne und Wolken. Es wird wieder wärmer: Die Höchstwerte steigen von 23 Grad am Freitag auf 28 Grad am Sonntag. Gewitter sind demnach für die nächsten Tage vorerst nicht in Sicht.
Dürre im Landkreis Göttingen: Auch Hitze und Trockenheit macht den Menschen zu schaffen
Außerdem hatte der DWD für den Raum Südniedersachsen für Dienstag eine Hitzewarnung ausgesprochen. Sie sollte ursprünglich im Landkreis Göttingen von 11 bis 19 Uhr gelten. Es würden Temperaturen von knapp 30 Grad erwartet, hieß es. Die für die Warnung entscheidende gefühlte Temperatur könnte aber auch höher liegen. Am Dienstag, nach dem Regen am Morgen und einer merklichen Abkühlung, hob der DWD die Hitzewarnung allerdings wieder auf.
Lesen Sie auch:
– Wassersparen angesichts der Dürre: Was gilt für Göttingen und Duderstadt?
– Wasserstand bereits niedrig: Landkreis Göttingen warnt vor Verschwendung
– Landkreis Göttingen: Wird wegen Dürre das Löschwasser knapp?
– Grundwasser-Atlas: In Niedersachsen sinken die Grundwasserspiegel
– Grundwasser-Atlas: Karte zeigt, wo in Niedersachsen die Grundwasserspiegel sinken
Der Wetterdienst warnt nach eigenen Angaben dann vor Hitze, wenn eine starke Wärmebelastung vorhergesagt ist und auch nachts die Wohnräume erwartbar nicht mehr ausreichend abkühlen. Das verschlechtere die Schlafqualität, wodurch der Körper die Hitze schlechter verarbeite.
Die Hitzebelastung könne für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen, warnt der DWD. Die Menschen sollten daher nach Möglichkeit die Hitze meiden, ausreichend Wasser trinken und Innenräume kühl halten.
Folgen des Klimawandels: Hohe Temperaturen haben im Juni und Juli deutlich zugenommen
Ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad Celsius am frühen Nachmittag wird vor starker Wärmebelastung gewarnt, ab gefühlten 38 Grad vor extremer Wärmebelastung. Die gefühlte Temperatur hängt laut dem Wetterdienst neben der eigentlichen Lufttemperatur auch von Luftfeuchte, Wind und Strahlung ab.
Hohe Temperaturen zum Beispiel im Juni und Juli haben nach Angaben des DWD in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Auch die Zahl der Hitzetage ist stark angestiegen. Von einem solchen Tag sprechen Meteorologen bei Temperaturen ab 30 Grad Celsius. Experten führen diese Entwicklungen auf den Klimawandel zurück.
GT/ET
