Osterode: Gericht verurteilt Personalratschef wegen Untreue

Osterode/Göttingen. Weil er zahlreiche Kolleginnen und Kollegen um fast 30 000 Euro betrogen haben soll, hat sich jetzt ein früherer Mitarbeiter der Stadt Osterode vor Gericht verantworten müssen. Das Amtsgericht verurteilte den einstigen Personalratsvorsitzenden der Stadtverwaltung wegen gewerbsmäßiger Untreue zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflage müsse der 41-Jährige innerhalb der auf drei Jahre angesetzten Bewährungszeit monatlich 50 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, teilte ein Gerichtssprecher mit.
36 Fälle angeklagt
Die Staatsanwaltschaft Göttingen hatte nach einer Strafanzeige des Personalrats die Ermittlungen aufgenommen und schließlich den 41-Jährigen wegen gewerbsmäßiger Untreue in 36 Fällen angeklagt. Sie warf dem einstigen Personalratsvorsitzenden vor, zwischen April 2013 und September 2017 zahlreiche Barabhebungen von einem Gemeinschaftskonto vorgenommen zu haben, das eigentlich für Jubiläumsgeschenke und gemeinschaftliche Unternehmungen der Mitarbeiter eingerichtet worden war. Außerdem habe er von dem Konto 2500 Euro für einen privaten Pkw-Kauf abgezweigt. Insgesamt habe er 28.770 Euro veruntreut. Nach Bekanntwerden des Falls hatte die Stadt Osterode das Arbeitsverhältnis zum Jahresende 2017 aufgelöst.
Teil des Geldes zurückgezahlt
Der Angeklagte habe die Vorwürfe eingeräumt und inzwischen auch einen Teil des veruntreuten Geldes zurückgezahlt, teilte ein Sprecher mit. Mit seinem Urteil blieb das Gericht knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten plädiert hatte. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Antrag gestellt.
Von Heidi Niemann
GT/ET