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Eine saftige Sache

Mosten in Reiffenhausen: Die eigenen Äpfel in die Flasche

An der neuen Presse: Ralf Gräser in der Mosterei im Dorfgemeinschaftshaus in Reiffenhausen.
An der neuen Presse: Ralf Gräser in der Mosterei im Dorfgemeinschaftshaus in Reiffenhausen.

Reiffenhausen. Reinholz ist aus Hattorf im Harz angerollt. „Fast 60 Kilometer, aber das lohnt sich. Hier bekommt man noch den Saft aus den eigenen Äpfeln.“ In vielen Mostereien ist das anders. In Reiffenhausen können Saftliebhaber zuschauen,  wie die eigenen Äpfel verarbeitet werden.

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„Ein Zentner Äpfel ergibt etwa 50 Liter Saft“, erklärt Yvonne Gräser, die seit zehn Jahren in der Mosterei mitarbeitet. Gemostet wird in Reiffenhausen aber schon seit fast 50 Jahren. Trotzdem stehen in dem etwa 30 Quadratmeter großen Raum moderne Geräte.

Vollautomatisch werden die Äpfel gewaschen und gehäckselt. Danach fällt die Apfelmasse auf kleine Bretter und wird von einem Helfer in durchlässigen Stoff eingeschlagen. Diese Pakete werden dann von einer Maschine gepresst, und der Saft läuft bis auf den letzten Tropfen hinaus. Zurück in den Stoffpaketen bleiben nur gepresste Fruchtreste. Der Saft wird dann erhitzt und in Flaschen gefüllt.

Das Abfüllen ist Teamarbeit: Gräser zapft, Reinholz schraubt zu und stellt die Flaschen, die er mitgebracht hat, in Kisten. „Es ist auch schön, dass man hier selbst mitmachen kann“, findet der Hattorfer. Ein bisschen Saft hat er bereits vor dem Erhitzen abzapfen lassen.

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Daraus wird mit etwas Hefe nach etwa zehn bis zwölf Wochen Apfelwein. Selber mosten kann man noch  so lange es Äpfel, Birnen und andere Früchte gibt. Aber die Saftausbeute lässt mit der Zeit nach. Am Anfang der Saison geben die Früchte mehr Flüssigkeit ab – sie sind eben einfach saftiger.

Von Benjamin Köster

GT/ET

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