Nach Farbattacke auf Gänseliesel: Stadt Göttingen will Strafanzeige stellen – mehrere Tausend Euro Schaden

Göttingen. Nach der Farbattacke auf das Göttinger Gänseliesel will die Stadt Göttingen Strafanzeige gegen die mutmaßlichen Täter stellen. Der Schaden liege laut Verwaltung bei mehreren Tausend Euro. Am Sonnabend hatten Klimaaktivisten der Letzten Generation schwarze Farbe über das gerade erst frisch sanierte Göttinger Wahrzeichen geschüttet.
Die Stadt gehe von einer Schadenssumme im mittleren vierstelligen Bereich aus, teilte die Verwaltung am Montag mit. Verunreinigt sind demnach sowohl die Figur des Gänseliesels als auch die Muschelkalk-Brunnenschale. Ein beauftragter Steinmetzbetrieb und der Baubetriebshof der Stadt werden laut Stadt versuchen, die Verunreinigungen zu beseitigen. Ob Schäden am Ensemble zurückbleiben, müsse anschließend geprüft werden.
Göttinger Gänseliesel mit Farbe übergossen: Vermutlich Aktivkohle benutzt
„Mutmaßlich hat das Wasser, das über die Figur und in den Brunnen gegossen wurde, Aktivkohle enthalten“, wie die Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung schreibt. Die genaue Zusammensetzung der genutzten Flüssigkeit stehe noch nicht fest, Proben würden kurzfristig untersucht. Um keine Verklumpungen am Brunnensystem hervorzurufen, sei der Brunnen weiterhin in Betrieb. Am Dienstag werde das Wasser von einer Fachfirma abgepumpt und zwischengelagert.
„Unsere Forderungen richten sich an die Bundesregierung“, sagte Bastian Kscheschins von der Göttinger Gruppe der „Letzten Generation“. In den vergangenen Jahren sei die Verantwortung für die Klimawende immer mehr auf den einzelnen Menschen geschoben worden, statt auf die Unternehmen als Hauptemittenten von CO2 zu schauen, begründete er die Protestaktion.
Mit Unverständnis und Ärger hatte Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) am Sonnabend auf die Farbattacke reagiert. „Ich bin wirklich verärgert. Mit dieser Aktion geht die Letzte Generation zu weit“, sagte Broistedt gegenüber dem Tageblatt. Sie habe die „Letzte Generation“ im Anliegen für den Klimaschutz immer unterstützt, „aber ein Kulturdenkmal zu beschädigen – das geht gar nicht“. Mit dieser Aktion hätten die Klimaaktivisten ihre persönliche Sympathie verspielt. „Da kenne ich kein Pardon“, sagte Broistedt, die die Aktion als eine Attacke „auf unser Wahrzeichen“ bezeichnete.
GT/ET

