Mindestens 360 Euro

Umwelthilfe fordert höhere Anwohner-Parkgebühren in Niedersachsen

Viel zu billig: Die Deutsche Umwelthilfe fordert, dass Städte wie Hannover jährlich 360 Euro fürs Anwohnerparken verlangen. (Symbolfoto)

Hannover. Die Parkgebühren für Anwohner in niedersächsischen Städten und in Bremen sind nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) deutlich zu niedrig. Unter anderem Hannover und Bremen verlangen demnach viel zu wenig. Die DUH fordert eine Mindestparkgebühr in Höhe von 360 Euro pro Jahr sowie zusätzliche höhere Gebühren für große SUV und andere besonders große Fahrzeuge.

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Nach einer eigenen Abfrage liegen die Gebühren im Nordwesten aber weit darunter. Der Statistik zufolge ist das Anwohnerparken in Hildesheim und Osnabrück mit 120 Euro pro Jahr am teuersten. In Oldenburg kostet der Anwohnerparkausweis laut Umwelthilfe 100 Euro, in Göttingen 80 Euro und in der Stadt Bremen 75 Euro. In Braunschweig und Hannover zahlen Anwohner dagegen nur jährlich 31 Euro für einen Pkw-Stellplatz. In Teilen von Bremerhaven kann man für weniger als 20 Euro im Jahr parken.

Hannover plant deutliches Anheben der Parkgebühren

Immerhin: Hannovers Politik findet die Gebühren inzwischen selbst viel zu niedrig. Seit Monaten werden Vorschläge diskutiert, die Preise anzuheben. Die Rede ist von 96 Euro – das wäre ein Sprung um 213 Prozent. Die Idee stammt von SPD, CDU und FDP. Die Mehreinnahmen von bis zu 900.000 Euro sollen etwa ins Stöckener Bad, in die Familienunterstützung und den Ordnungsdienst fließen.

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Auch im bundesweiten Durchschnitt findet die Umwelthilfe die Parkgebühren nicht hoch genug. 66 Städte verlangten maximal 31 Euro pro Jahr, wie aus der Erhebung der Umwelthilfe hervorgeht. Viele Städte verschleuderten öffentlichen Raum zu Billigpreisen, erklärte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die aus einer Gebührenanhebung gewonnenen Einnahmen sollen in den Ausbau von Bus und Bahn sowie Rad- und Gehwegen fließen, fordert die Organisation.

Anwohnerparken vor allem in der Südhälfte am teuersten

Dennoch sind die Gebühren in den vergangenen drei Jahren in vielen deutschen Städten gestiegen. Den Angaben zufolge haben seit der letzten Erhebung im Jahr 2022 insgesamt 41 Städte die Gebühren angehoben. Am teuersten ist das Anwohnerparken in Bonn mit 360 Euro pro Jahr, am günstigsten in Berlin, wo ein Anwohnerparkausweis nur 10,20 Euro pro Jahr kostet.

Nach Bonn erheben der Umwelthilfe zufolge Tübingen, Münster, Koblenz, Freiburg, Kaiserslautern, Trier und Ulm die höchsten Anwohnerparkgebühren. Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge die Gebühren in 107 deutschen Städten erfragt, darunter alle Großstädte sowie mindestens die fünf größten Städte eines Bundeslands.